Historic Layers
Schicht für Schicht erzählt dieses denkmalgeschützte Wohnhaus seine Geschichte. Bauen im Bestand bedeutet für uns, vorhandene Qualitäten zu verstehen und weiterzudenken. Unser Anspruch war es, die historische Bausubstanz nachhaltig zu erhalten und aufzuwerten, die ursprünglichen architektonischen Qualitäten wieder sichtbar zu machen und den Bestand behutsam weiterzuentwickeln. Aufgrund seiner geschichtlichen und künstlerischen Bedeutung ist das Gebäude als Kulturdenkmal in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen eingetragen.
Details
Das spätklassizistische Einfamilienhaus aus dem Jahr 1873 im Frankfurter Nordend bildet die Hälfte eines repräsentativen Doppelhauses mit Portalrisalit, Säulenvorbau und reich gegliederten Stuckornamenten im Mezzaningeschoss.
Im Zuge der Sanierung wurden die vorhandenen, nicht historischen Holzfenster im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss durch neue, denkmalgerechte Holzfenster ersetzt. Die Gestaltung und Gliederung der neuen Fenster orientiert sich an den zur Verfügung stehenden Bestandsunterlagen und Fotos, zum Teil aus dem Institut für Stadtgeschichte, sowie an historischen Vorbildern und den für den Klassizismus charakteristischen Proportionen.
Die gesamte Straßenfassade einschließlich aller bauzeitlichen Gestaltungselemente wie Gesimse, Puttenmedaillons, runde Schmuckglieder mit Flachrelief in Stuck und weitere ornamentale Details wurden instandgesetzt und farblich neu gefasst. Das Farbkonzept wurde auf Grundlage restauratorischer Befunde und in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde Frankfurt entwickelt.
Ein weiterer Schwerpunkt der Sanierung war die umfassende Instandsetzung des Sandsteinportals im Eingangsbereich. Aufgrund bestehender Feuchteschäden wurden sowohl das Portal als auch die darüberliegende Abdichtung instandgesetzt. Geschädigte und nicht mehr tragfähige Sandsteinelemente wurden durch passgenaue Werkstücke aus Naturstein ersetzt. Kleinere Schäden, Risse und Fehlstellen konnten durch den Einsatz eines denkmalgerechten Sandsteinersatzmörtels behoben werden.
Die Holztreppe im Inneren des Gebäudes wurde entsprechend den Vorgaben des restauratorischen Gutachtens restauriert. Hierzu wurden die Oberflächen schonend freigelegt, aufgearbeitet, materialgerecht instandgesetzt und versiegelt.
Im Küchenbereich setzt ein monolithischer Natursteinblock aus Verde Saint Denis-Marmor einen bewussten Kontrast zur historischen Substanz. Seine klare Geometrie und die lebendige Struktur des Materials bilden einen spannenden Gegenpol zum gewachsenen Bestand.
Die Sanierung bewahrt die historische Identität des Hauses und schafft zugleich Raum für neue architektonische Lösungen.
Kunde
Privat
Projektbeteiligte
Marcella Ignone
Malte Just
Maja Ripploh
Benedikt Völker
Standort
Frankfurt/Main
Brutto-Geschossfläche
400 m²
Fertigstellung
09.2025
Fotos
Kirsten Bucher